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Niemand wird gefragt, ob er auf diese Welt kommen möchte,
aber auch nicht, ob er sie wieder verlassen will.
Friedrich August Grobbin > 24. Februar 1910 – 5. Februar 1970
Friedrich August Grobbin kam am 24. Februar 1910 in Delmenhorst zur Welt und wohnte mit seinen Eltern am Hakenweg 609. Das Haus und die Nummer gibt es heute nicht mehr. Er wurde Landwirt.
Adele Anna Henriette Meinken wurde am 27. August 1914 in Annenriede (heute Delmenhorst) geboren. Sie arbeitete, wie damals fast alle jungen Frauen (oder auch Mädchen) im bäuerlichen Bereich. Eine reguläre Ausbildung war im ländlichen Bereich damals nicht üblich. Sie wuchs in der Nähe der „Klenkerei“ (heute Annenriede/Stickgras) auf einem Bauernhof auf.
Im Jahr 1933 heiraten Friedrich und Adele und wohnten bei seinen Eltern. Der eigentliche Werdegang und das Kennenlernen der beiden ist unbekannt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Friedrich zum Heer eingezogen. Er hatte das Glück, den Krieg überlebt zu haben und kam auch aus der Kriegsgefangenschaft körperlich unversehrt zurück (über das Seelische will niemand reden). Da er, wie viele andere auch, nie über den von Adolf Hitler angezettelten Krieg sprechen wollte, sind seine Einsatzorte unbekannt.
Nach der Kriegsgefangenschaft kam Friedrich nach Delmenhorst zurück und er machte eine Ausbildung zum Fleischbeschauer.
Adele und Friedrich haben vier Kinder geboren: Reinhard, Erich, Gisela und Friedrich (Friedel)
Im Januar 1949 wurde der erste Bauantrag für eine „Wohnbaracke und Neubau eine Wirtschaftsgebäudes“ an der Annenheider Straße 159 gestellt. Bereits im Dezember 1949 wurde der Antrag auf Erweiterung zum Wohnhaus gestellt. Man darf nicht vergessen, dass erst am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Vorher stand alles unter englischer Besatzungsmacht (was faktisch bis zur Wiedervereinigung Deutschlands galt).

Hier das Haus Anfang der 60er Jahre, an der Annenheider Str. 159

Während Friedrich als Fleischbeschauer im damaligen Delmenhorst Schlachthof an der Nordenhamer Straße arbeitete, war Adele immer die gute Hausfrau, die alles zusammen gehalten hat. Später war Friedrich mit seinem Goggo auch mobil unterwegs und überprüfte Hausschlachtungen bei den Landwirten in der Region (damals war das noch erlaubt, es gab keine EU). Seine beiden Enkel Jürgen und Hartmut haben ihn bei den Touren oft begleitet und sind mit ihm in seinem Goggo mitgefahren.
Was heute gar nicht mehr üblich ist: nach einer erfolgreichen Schlachtung auf irgendeinem Bauernhof im Umkreis von Delmenhorst wurde traditionell die Flasche Korn herausgeholt und zu dritt geleert (Landwirt, Hofangestellter und Friedrich). Und mit dieser Druckbetankung wurde selbstverständlich im Auto nach Hause gefahren; es gab kaum Autoverkehr und die Polizei war nie zu sehen. Die Enkel tranken frische Milch.
Bereits Anfang der 1960er Jahre zog sein Sohn Reinhard mit Ehefrau Gisela, und dem Sohn Jürgen nach einem weiteren Umbau des Hauses, in das elterliche Wohnhaus Annenheider Straß 159. 1963 kam der Enkel Hartmut hinzu.
1969 wurde Friedrich schwer krank und er versuchte den Blutkrebs und andere Krebsarten zu bekämpfen. Damals war das Gesundheitswesen noch nicht so weit, um die heute üblichen Maßnahmen ergreifen zu können. Zudem gingen die Ärzte davon aus, dass diese Krankheiten eine Folge des Krieges war. Es wurden Dinge eingeatmet und mit dem Brot verzerrt, die heute nicht mehr nachvollziehbar sind.
Friedrich Grobbin starb am 5. Februar 1970
im Alter von 60 Jahren im Krankenhaus in Delmenhorst.
Adele Anna Henriette Meinken > 27. August 1914 – 23. Februar 1990
Adele hat nach dem Tod ihres Mannes Friedrich im Jahr 1970 Gisela im Haushalt und sehr stark im Kiosk unterstützt. Gerade in den Randzeiten eines Kioskbetriebes, bei dem sich Gisela ausruhen konnte, war Adele zur Stelle. Aber sie war auch die gute Seele für ihre beiden Enkel (den Kindern von Reinhard und Gisela), die im selben Haushalt lebten.
Adele konnte noch Topfkuchen mit der Hand rühren (die Enkel durften die Rührschale und die Kochlöffel ablecken) und samstags gab es nach der obligatorischen Badewanne für die Enkel Abendessen und dabei das Schauen von Daktari mit dem schielenden Löwen Clarence und der Schimpansin Judy.
Die ersten Krankheiten setzten 1988/89 ein und so zog sie sich aus dem Kiosk zurück.
Sie konnte jedoch noch die Grenzöffnung der DDR miterleben, so, dass sie am 1. Weihnachtsfeiertag 1989 (an diesem Datum durften Wessis das erste Mal ohne Visum in die „Ostzone“) mit der Schwiegertochter Giesela und dem Enkel Jürgen nach Breitenborn (heute Rochlitz/Sachsen) reisen konnte, um die Schwester von Gisela zu treffen. Zudem konnte sie sehen, wie und wo ihre Schwiegertochter Gisela aufgewachsen ist.
Natürlich kümmerten sich Friedrich und Adele auch um ihre anderen Kinder und Enkel, die jedoch nicht in der Annenheider Straße wohnten.
Adele (rechts im Bild) mit Tante Hildegard
Adele Grobbin, geb. Meinken, starb am 23. Februar 1990
im Alter von 76 Jahren im Krankenhaus in Delmenhorst.